Spazierflieger – Vorstellung des immerfliegenden Papierfliegers – meine Diplomarbeit an der Akademie der bildenden Künste

Der Prospekthof der Akademie, dieser Raum mit seiner Höhe von 27m, seiner ovalen Form und seiner Holztribüne; ein großes Meer von Scheinwerfern, die den Luftraum perfekt ausleuchten und dabei einen breiten, warmen Luftstrom vom Boden bis zur Decke des Raumes erzeugen; ein stabiler und sehr gut ausbalancierter Papierflieger und eine Startrampe, die den Flieger genau dort in die Luft schießt, wo die Thermik optimal ist – mehr ist nicht notwendig um einen Papierflieger in diesem Prospekthof immerfort kreisen zu sehen. Er fliegt sehr ruhig in die Tiefe des Raumes hinein, folgt unbeirrt seiner Kreisbahn und hält sich stets auf ungefähr der gleichen Höhe, als folge er einer unsichtbaren Spur.

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Der immer fliegende Papierflieger kreist in der Thermik über einem Meer von Bühnenscheinwerfern. Er fliegt in etwa auf der Höhe des ersten Stockwerks.

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Damit er immer in der Thermik bleibt, ist er so gefaltet, dass er von sich aus bereits stets eine Kreisbahn fliegt. Somit kann er jedoch nicht von der Galerie aus abgeworfen werden, denn dann würde er ja bereits am Abwurfpunkt seine Kreisbahn beginnen und um den Abwurfpunkt herum seine Kreis ziehen. Oder aber er müßte erst gerade aus in die Thermik hinein, dann, sagen wir scharf rechts abbiegn und dann linksherum kreisen. Da einen solchen Papierflieger zu falten, ein Ding der Unmöglichkeit ist, habe ich eine Startrampe für die Flieger gebaut. Ein vier Meter langes Moosgummiband, angtrieben von vier starken Schrittmotoren beschleunigt den Flieger auf ca. 60cm/s und startet ihn dort, wo die Thermik optimal ist.

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